Tiere in Kunstharz
Kunstharz
Das Spannungsfeld zwischen dem Menschen und der ihn umgebenden Natur ist ein Thema, das im Werk von Marcel Warmenhoven regelmäßig wiederkehrt. Dieses Thema kommt auch in den Skulpturen verschiedener Tiere zum Ausdruck, die er in Kunstharz herstellt. In diesen Arbeiten mit ihrer bearbeiteten ‘Haut’ bezieht er klar Stellung zu Natur- und Umweltfragen.
In Arbeit
Un peu moins ours
UN PEU MOINS OURS
2004
Pelsrob
Für die Haut seines Seebären, der mit Kopf und Hals aus einer imaginären Wasseroberfläche emporsteigt, wurden goldene Perlenschnüre verwendet, die die Kostbarkeit des Fells ausdrücken, wegen dessen diese Tiere bejagt werden.
PELSROB
1997
Réserve de chasse
In Réserve de chasse sehen wir ein Reh von mythischen Proportionen. Die Skulptur ist beklebt mit Schildern, wie man sie in französischen Wäldern findet. Sie zeigen an, dass die Jagd denjenigen vorbehalten ist, die dafür eine Genehmigung haben. Der Künstler scheint sich über die ursprüngliche Bedeutung dieser Schilder lustig machen zu wollen.
RÉSERVE DE CHASSE
2003 — Skulpturengarten De Hulenof, Zelhem
OTTO (Von Bismarck)
Im Jahr 2003 bittet ein niederländisches Ehepaar darum, im Garten ihres Hauses in der Normandie eine Skulptur zu schaffen, die auf den kulturellen Hintergrund des Ortes verweisen sollte. In der Region wird in großem Umfang Flachs angebaut. Als widerspenstige Antwort auf ihre Frage entwarf Warmenhoven ein Wildschwein, dessen Haut aus Flachssträngen besteht, die in Epoxidharz getränkt sind. Die Bauern jagen das Wildschwein, das sie als größten Feind ihrer Ernte betrachten. Unerschütterlich und robust scheint die Skulptur seiner feindlichen Umgebung eine lange Nase machen zu wollen. Wegen dieser Unbeirrbarkeit geben ihm die Eigentümer den Titel: OTTO (Von Bismarck). Seit einigen Jahren ist das Werk Teil der permanenten Sammlung des Skulpturengartens De Hulenof.
OTTO (VON BISMARCK)
2012
Verk
VERK
2004 — ehemalige Zentrale OPP, Den Haag
Jachttrofee
Die ehemalige Zentrale des OPP (Entwicklungs- und Beteiligungsunternehmen öffentlicher Sektor) in Den Haag befand sich in einem stattlichen Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Für den Sitzungs- und Empfangsraum mit seiner Eichenbalkendecke und dem monumentalen Kamin suchte man eine Skulptur, die für Gäste und Mitarbeiter auf einen Blick die Atmosphäre des Raums unterstreichen würde. Mit einem Augenzwinkern auf die Interieurs der Wohlhabenden jener Zeit schuf der Künstler eine Jachttrofee in Form eines Schweinskopfs über dem Kaminsims. Der Kopf besteht aus Epoxidharz, aufgebracht auf eine Form aus Styropor mit darin getränkten Stücken Peddigrohr aus den Sitzen von Rattanstühlen.
JACHTTROFEE
2005
Wildschweine
WILD ZWIJN
SUS SCROFA
2003
Bären
Die frühen Bären wurden mit Rooibos- und Dreijahrestee getönt. Später folgen Eisbären in Mixed Media, in Auflagen und im großen Format.
BEER
BEERTJE
BEER
2007 – 2023
Eisbären
IJSBEER
IJSBEER
KNUT
IJSBEER
BEER
Serie
Serie von 20 Bären
Aus einer Serie von 20 Bären (53 × 28 × 25 cm), deren Haut aus verschiedenen in Epoxidharz getränkten Materialien besteht: Konfetti, Haare, Zigarettenasche und Geburtstagskerzen.
Trinkendes Schaf
Trinkendes Schaf
DRINKEND SCHAAP
DRINKEND SCHAAP
Manchmal ist die Botschaft, die aus dem Werk spricht, überdeutlich, aber einen mahnend erhobenen Zeigefinger findet man bei Warmenhoven nicht. Was den Betrachter vor allem trifft, ist die Freude, mit der er offenbar arbeitet. Das Material dient ihm als Vehikel für Rührung. Und um das Publikum, ohne Umweg, auf ansprechende Weise zum Nachdenken zu bringen.
Hans Sleutelaar