NLFRDE

Skulpturen aus Gebrauchtholz

Holz

Obwohl er sich nie auf eine einzige Technik oder Arbeitsweise beschränkt hat, nehmen die Skulpturen aus Gebrauchtholz in seinem Werk einen besonderen Platz ein. Die ersten Holzskulpturen entstanden um 1980 in Maastricht an der Jan-van-Eyck-Akademie.

2024 – 2026

Aktuelle Arbeiten

In jüngster Zeit scheint der Künstler auf alte Ausgangspunkte zurückzugreifen und sein Publikum von der nach wie vor vorhandenen ursprünglichen Kraft seines Werks überzeugen zu wollen, die in Einfachheit und Originalität liegt.

Zu sehen bei TheGalleryLane, Breda — bis Juni 2026

Wandobjekt THESEUS EN ARIADNE

THESEUS EN ARIADNE

2026

Wandobjekt CANTA LA CHICHARRA II

CANTA LA CHICHARRA II

2026

Wandobjekt NARRENSCHIP III

NARRENSCHIP III

2026

Wandobjekt CONVOI EXCEPTIONEL

CONVOI EXCEPTIONEL

2026

Wandobjekt LOS REYES II

LOS REYES II

2026

Wandobjekt DRESSED TO IMPRESS

DRESSED TO IMPRESS

2026

Wandobjekt FERNWEH

FERNWEH

2026

Wandobjekt AMPHIGOURI

AMPHIGOURI

2026

Wandobjekt BLANDICES

BLANDICES

2026

Wandobjekt AULICUS

AULICUS

2026

Wandobjekt CON PAMPLINAS

CON PAMPLINAS

2026

Wandobjekt SATRAAP

SATRAAP

2026

2024

Holzskulptur eines Schuhspanners, KLEINE GESTREEPTE SCHOENSPANNER 2024

KLEINE GESTREEPTE SCHOENSPANNER

(FLECTIDUS CALCEUS STRIOLATUS parvus) 2024 — Sammlung des Künstlers

Holzskulptur eines Ameisenbärs, MIERENETER (VERMILINGUA) 2024

MIERENETER (VERMILINGUA)

2024 — Privatsammlung

Wir sehen einen Teil des Deckels eines hölzernen WC-Sitzes, an dem der Zapfhahn eines Weinfasses befestigt ist; als Ohren sind die Griffe alter Cocktailgabeln hineingesteckt, und als Beine des Tiers genügen zwei Spülbürsten und die Füße eines Nachttischchens. Warmenhoven selbst sagt über das Bild, es sei eine «annähernde» Kopie eines 1982 verlorenen Werks. Eine ansteckende, humoristische Arbeit, die einer der allerersten aus der langen Reihe in nichts nachsteht: HOND aus dem Jahr 1980.

Holzskulptur einer Ente, EEND 2026

EEND

2026 — Privatsammlung

So ist im Laufe der Jahre ein Werk entstanden, das sich durch Originalität und Handwerkskunst auszeichnet.

Kleine Wandobjekte

Winkeldochters

In dieser Serie kleiner Objekte spielen allerlei hölzerne Gegenstände die Hauptrolle, die ich im Laufe der Zeit gesammelt habe. Sie liegen seit Jahren ungenutzt in meinem Atelier (sogenannte Winkeldochters, Ladenhüter). Ich knüpfe damit an Arbeiten aus dem Anfang der neunziger Jahre an, in denen das figurative Element in den Hintergrund trat. Die alltäglichen Gegenstände werden wie Requisiten in einem Theaterdekor angeordnet. Eine anekdotische Linie schlummert in den Arbeiten und wird manchmal in einem begleitenden Titel ausgesprochen.

Diese kleinen Wandobjekte sind eine Mischung aus surrealistischen Stillleben und Bühnenentwürfen, die so suggestiv sind, dass die Objekte auf dieser Bühne — seltsame Schachfiguren — jeden Augenblick ihre Rolle zu beginnen scheinen.

Cees van der Geer, Haagsche Courant, 22. November 1991
Wandobjekt GALIMATIAS

GALIMATIAS

Wandobjekt

Wandobjekt PINNED UP

PINNED UP

Wandobjekt

Wandobjekt HOFHOUDING

HOFHOUDING

Wandobjekt

Wandobjekt ROMEO EN JULIA

ROMEO EN JULIA

Wandobjekt

Wandobjekt BIJOU

BIJOU

Wandobjekt

Wandobjekt LOS REYES

LOS REYES

Wandobjekt

Wandobjekt CANTA LA CHICHARRA

CANTA LA CHICHARRA

Wandobjekt

1979 – 1987

Frühe Tiere

Die ersten Holzskulpturen entstanden um 1980 in Maastricht an der Jan-van-Eyck-Akademie. Sie zeugen von einer geübten Schnelligkeit und Erfindungsgabe. Stuhlbeine dienen als Beine eines Tiers. Der Schwanz, ein Pinsel. Leichtigkeit überwiegt.

Warmenhoven: “Jedes Stück Holz hat seine eigene Geschichte. Man kann die Formen auch weiterhin erkennen: eine Stuhllehne, einen Tischbein. Aber sie werden in einen anderen Kontext gestellt: ein Fischer, ein Tiger, ein Kopf.”

Holzskulptur eines Hundes, HOND 1979

HOND

1979 — 137 × 20 × 40 cm — Privatsammlung

Holzskulptur eines Tiers, BEEST 1980

BEEST

1980 — 145 × 90 × 30 cm

BEEST

1983 — Privatsammlung

Holzskulptur eines Krokodils, KROK 1984

KROK

1984

Holzskulptur eines Gnu, NIJLBEEST 1984

NIJLBEEST

1984 — 130 × 35 × 30 cm — verloren gegangen

Holzskulptur einer Eidechse, HAGEDIS 1984

HAGEDIS

1984 — 130 × 35 × 30 cm — Privatsammlung

Holzskulptur WONDEREN DER NATUUR 1984

WONDEREN DER NATUUR

1984 — v/h Centraal Museum Utrecht

Holzskulptur HOOGWAARDIGHEIDS-BEKLEDER 1986

HOOGWAARDIGHEIDS-BEKLEDER

1986 — 190 × 90 × 85 cm — Privatsammlung

Holzskulptur DE OVERHEID 1987

DE OVERHEID

1987 — Privatsammlung

Ausstellung: De Salon van de Drie Maassteden, Stedelijk Museum Schiedam 1987

Die Skulpturen von Marcel Warmenhoven haben mich am meisten beeindruckt. Sie sind aus hölzernen Gebrauchsgegenständen oder Teilen davon aufgebaut — Salatbesteck, Scheuerbürsten, Kegel, Wäscheklammern, Stuhlsitze und dergleichen — und haben einen erzählerischen Charakter. Eine der Skulpturen besteht aus dem Körper eines hohen Würdenträgers — wie sein Zepter und sein rot lackierter Mantel vermuten lassen — der als Kopf einen Aasgeier oder verwandten Raubvogel trägt. Auf einem kleinen Schemel daneben hockt ein Vierbeiner, seine aus zwei Schuhputzbürsten konstruierten Kiefer zu einem bissigen Grinsen verzogen. Alles deutet darauf hin, dass das Tier hervorragend in der Lage ist, seinem raubgierigen Herrchen Hand- und Spanndienste zu leisten. Die Skulpturen sind geschickt konstruiert, geistreich im Materialgebrauch, bieten aber durch die Symbolik zugleich einen Inhalt, der das Werk weit über die Abfallcollagen hinaushebt, die ich bisher gesehen habe.

Flora Stiemer, Algemeen Dagblad, 14. März 1987

Dekors & theatrale Objekte

Wandobjekte & Theater

Am Ende seiner zweijährigen Arbeitsperiode in Maastricht (1979–1981) wird der junge Künstler gebeten, für eine Jugendtheatergruppe in Belgien die Dekors zu entwerfen. Die Aufträge, die er dort realisiert, machen ihm seinen Sinn für das Theatrale bewusst. Damit erhält er einen Schlüssel zu seiner künstlerischen Persönlichkeit. Eine kurze Zeit lang lässt sich Warmenhoven von der Schönheit der hölzernen Gegenstände, die er zu sammeln begonnen hatte, zu einer Serie kleiner Objekte inspirieren, in denen das Figurative in den Hintergrund tritt. Alltägliche hölzerne Gegenstände werden wie Requisiten in einem Theaterdekor angeordnet. In der neuen Konstellation verlieren die Gegenstände ihre ursprüngliche Bedeutung, wie es bei den früheren Tierfiguren aus Holz der Fall war. Eine versteckte anekdotische Linie schlummert in den Objekten; sie wird manchmal in einem begleitenden Titel ausgesprochen, den der Künstler der Arbeit gibt.

Wandobjekt NARRENSCHIP 1993

NARRENSCHIP

1993

Wandobjekt NARRENSCHIP 2010

NARRENSCHIP

2010

Ich hatte damals nicht genug Geld. Auf dem Müll hatte ich irgendwann zwei Schrübbürsten gefunden. Die habe ich aneinander gehalten und fand, dass das Ganze wie eine Hundeschnauze aussah.

Marcel Warmenhoven über den Beginn seiner Bildhauerei in Maastricht

1989 – 2016

Große Arbeiten & Anatomie

In späteren Arbeiten zeigt er sich mehr und mehr als begnadeter Handwerker, der seine spärlichen Mittel mit äußerster Präzision einzusetzen weiß, sich dabei um keine Regel kümmert und uns so in seine Erlebniswelt mitnimmt. Die Formen werden detaillierter, aber nirgends verliert er die Gabe, das widerspenstige Material nach seinem Willen zu formen.

Anfang der neunziger Jahre schafft Warmenhoven eine Serie großer Skulpturen. Er beherrscht sein Material inzwischen so virtuos, dass ihm die gebogenen Formen von Holzmöbelteilen und Gebrauchsgegenständen ermöglichen, damit zu ‘zeichnen’. Äußerlich erinnern die Skulpturen an anatomische Muskelmodelle, wie sie im medizinischen Unterricht verwendet werden. Mit geschmeidigen Linien baut der Künstler seine riesigen Menschen- und Tierfiguren. Die ursprüngliche Form des Materials wird nicht vergewaltigt: Kleiderbügel, Schuhspanner, Stuhlbeine und Holzlöffel bleiben erkennbar. Achtlos weggeworfene Gegenstände, als nutzlos abgetan, erhalten neue Bedeutung, wenn Warmenhoven sie für die Produktion seiner Skulpturen einsetzt.

Holzbüste, BUSTE 1989

BUSTE

1989 — 55 × 90 × 190 cm — Privatsammlung

Holzskulptur eines Mannes mit Fisch, MAN MET VIS 1989

MAN MET VIS

1989 — 225 × 115 × 115 cm — Sammlung Museum Beelden aan Zee, Scheveningen

Ausstellung: De Mannen van Gerardjan Rijnders — der wiedererkennbare Realismus ist der Ausgangspunkt der Sammlung Beelden aan Zee, die das Ehepaar Theo und Lida Scholten seit den sechziger Jahren gesammelt hat. Aus der Sammlung von mehr als 700 Skulpturen wählte Rijnders etwa achtzig Männerfiguren. Er kippte diese Skulpturen um 90 Grad, um so ihre Verletzlichkeit zu zeigen.

Holzskulptur eines Tigers, DE BLAUWE TIJGER 1991

DE BLAUWE TIJGER

1991 — 425 × 175 × 115 cm — v/h Medisch Centrum Esthetische Geneeskunde, Scheveningen (verloren gegangen)

Ausstellung: North Sea Gallery, Scheveningen 1991

Holzskulptur eines Fischers, VISSER 1993

VISSER

1993 — 220 × 165 × 125 cm — Sammlung Stedelijk Museum Schiedam

Holzskulptur eines Hornisten, HOORNIST 1994

HOORNIST

1994 — 220 × 100 × 110 cm — Privatsammlung

Holzskulptur von Fischen, VISSEN 1995

VISSEN

1995 — 200 × 165 × 125 cm — verloren gegangen

Holzskulptur eines sitzenden Mannes, ZITTENDE MAN 2004

ZITTENDE MAN

2004 — 200 × 120 × 100 cm — v/h Sammlung Jan Tor

Blick in die Ausstellung SKELET im Museum Beelden aan Zee, 2016

SKELET

Ausstellung 2015–2016, Museum Beelden aan Zee — Raumblick

Auf einem Sockel, fast so groß wie der Boden eines kleinen Zimmers, steht — nein, schreitet er: DE BLAUWE TIJGER von Marcel Warmenhoven. Nicht mehr als ein skurril geformtes Gerüst aus Holz, aber nichtsdestotrotz immer noch beeindruckend, das Maul offen, die Augen grün vor Wut: als wäre er echt und lebendig. Am Rand seines Sockels und in viel kleinerem Format verbirgt sich der andere Teil des Tierreichs: Giraffen, Elefanten, Rehe und Esel, aber in der Gestalt pseudo-afrikanischer Skulpturen. Der Körper des Tigers besteht aus Dutzenden von krummen, gebogenen Holzstücken. Thonet hätte große Freude gehabt! Es ist ein Beispiel für das Können von Warmenhoven. Wie er das Material zur Form zu zwingen weiß, ist geschickt…

Cees van der Geer, Haagsche Courant, 22. November 1991

Eine Skulptur von Marcel Warmenhoven stellt einen Mann mit Fisch dar und ist aus gebogenem Möbelholz aufgebaut. Steht der Fischer, zeigt er virile Kraft. Liegend scheint er fast von seinem eigenen Fang erstickt zu werden.

Kester Freriks, NRC, 4. Februar 2003

Im Rahmen der Ausstellung SKELET, das Gerüst des Körpers (2016), könnte man annehmen, dass Warmenhoven ein Fantasiesystem von Bändern zeigt, das den zukünftigen Menschen nach einigen genetischen Modifikationen stützen könnte.

Museum Beelden aan Zee über MAN MET VIS (1989)

In vielen Fällen ist ein Stück Holz der Anfang einer Skulptur. Über die Entstehung des BLAUEN TIGERS erzählt der Künstler: “Ich hatte zwei Armlehnen von einem Sessel. Die habe ich aneinander gehalten und direkt das Maul eines Tigers gesehen. Die Lehnen waren ungefähr sechzig Zentimeter lang. Dadurch wusste ich ja von Anfang an wie groß die Skulptur werden würde.” Auf diese Weise baut Warmenhoven seine Skulpturen Stück für Stück auf.

Seine Skulpturen bilden die Anatomie eines Körpers aus. Skelett und Muskelmasse sind gut voneinander zu unterscheiden. Sie zeugen von einer Vorliebe für die handwerkliche Bildhauerei. Warmenhoven: “Ich begebe mich mit diesen Skulpturen in die Fußstapfen des klassischen Ideals von Michelangelo, Bernini, der Künstler aus Barock und des 19. Jahrhunderts. Natürlich verwende ich andere Materialien als meine Vorgänger. Mein Grundstoff wurde schon einmal benutzt. Er hat eine eigene Widerspenstigkeit wie sie beispielsweise Marmor auch hat. Mein Material hat eine Form, mit der ich mich abfinden muss. Wenn’s sein muss, greife ich eben zur Säge.”

Wenn Sie sich die Skulpturen ansehen, werden Sie wahrscheinlich eine Entwicklung bemerken. Am Anfang hat Warmenhoven vor allem Drahtfiguren gebaut, zum Beispiel den BLAUEN TIGER. Diese Skulpturen haben ein skelettartiges Aussehen. Danach hat er die Figuren mit Holzstücken ausgefüllt. Das hat ihnen mehr Volumen verliehen. Die Skulptur MANN UND PFERD ist dafür ein gutes Beispiel. Zurzeit verarbeitet Warmenhoven auch Fell in seinen Skulpturen. Zum Beispiel einen Hirschen aus Bündchen, die er wie das Holz der anderen Bilder gefunden hat, in Frankreich. RÉSERVE DE CHASSE, oder auf gut Deutsch: “Geschützten Jagdgebiet”. Die Textschilder verweisen auf die inhaltliche Bedeutung. “Ich wollte einen deutlicheren Zusammenhang zwischen Material und Inhalt schaffen. Sagen wir mal: eine deutlichere Stellungnahme zu Natur- und Umweltfragen beziehen.” Das Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur ist ein wichtiges Thema in Warmenhovens Werk. Die Entwicklung des Werks verläuft entlang zweier Stränge. Handwerklich hat er sich von Innen (Skelett) nach außen (Fell) gearbeitet. Inhaltlich geht es von einer eher impliziten Auffassung zum Thema Natur und Ökologie zu expliziteren Äußerungen.

2004 — vier Jahre Arbeit

Man en Paard

Ab dem Jahr 2000 arbeitet er mit Unterbrechungen fast vier Jahre an der Skulptur MAN EN PAARD. Das Pferd ist drei Meter lang und mehr als drei Meter hoch. Es ist eine Skulptur von Kraft und Eleganz, wie die Griechen und später die Bildhauer des Klassizismus und der Romantik das Motiv gern dargestellt hätten. Das Pferd steht hoch und stark auf den Beinen. Reiter und Reittier, kräftig und entschlossen Seite an Seite, verbunden durch eine große Menge unterschiedlicher Gegenstände.

Holzskulptur von Mann und Pferd, MAN EN PAARD 2004

MAN EN PAARD

2004 — 310 × 300 × 150 cm — Sammlung FISAL, Luxemburg

Ausstellungen: Centrale Bibliotheek Rotterdam 2004; Halle des ehemaligen Ministeriums VROM, Den Haag 2005; RECYCLING, Grote Kerk Alkmaar 2010

MAN EN PAARD in der Halle des ehemaligen Ministeriums VROM, Den Haag 2005

MAN EN PAARD

Ausstellung in der Halle des ehemaligen Ministeriums VROM, Den Haag 2005

MAN EN PAARD, Foto Rem van den Bosch

MAN EN PAARD

Foto: Rem van den Bosch

Holzskulptur eines Bären, BEER 2010

BEER

2010 — 325 × 155 × 100 cm — Sammlung BarentsKrans Advocaten, Den Haag über ArtCompany

Ausstellungen: RECYCLING, Retrospektive 1980–2010, Grote Kerk Alkmaar; HES Hogeschool van Amsterdam, Fraijlemaborg 2010–2014

BEER 2010 in der Grote Kerk von Alkmaar

BEER

in der Ausstellung RECYCLING, Grote Kerk Alkmaar 2010

Eröffnung der Ausstellung RECYCLING in der Grote Kerk von Alkmaar, 2010

Eröffnung der Ausstellung RECYCLING durch Rien Vroegindeweij und Joep Schrijvers

Für eine Übersichtsausstellung im Jahr 2010 des Werks aus Abfallholz der vorangegangenen dreißig Jahre schafft er erneut ein Werk großen Formats. Die Skulptur BEER ist mehr als drei Meter lang. Sie wurde in diesem Sommer in der Ausstellung RECYCLING, Retrospektive 1980–2010, in der Grote Kerk von Alkmaar gezeigt. Nach der Ausstellung zieht das Werk in die Halle der HES, Hogeschool van Amsterdam, Standort Fraijlemaborg, wo es drei Jahre lang bleibt. Schließlich findet es einen endgültigen Platz in der Anwaltskanzlei BarentsKrans am Lange Voorhout in Den Haag.

In den Regierungsgebäuden halte ich die Präsenz von Kunst für sehr wichtig. Das merke ich vor allem, wenn sie fehlt. Es gibt Orte, an denen das menschliche Maß verschwunden ist. Man fühlt sich verloren, sobald man hereinkommt. In einer so großen Lobby ist es wesentlich, ein Werk zu platzieren, das Kontrast schafft. Vor einigen Jahren hat mich ein Kunstwerk in der Halle des ehemaligen Ministeriums VROM berührt. Diese Halle ist hoch und breit und ein wenig einschüchternd. Und da stand plötzlich der Mann mit dem hölzernen Pferd aus Gebrauchtholz des Künstlers Marcel Warmenhoven. Format, Material und Bild beeindruckten mich. Es füllte die große Halle, ohne massiv zu sein. Kunst kann für eine gute Arbeitsumgebung sorgen. Sie macht neugierig.

Robin den Hamer, beauftragter Auftraggeber des Programms Rijksbrede Kunstvoorziening, Nachricht vom 17. Februar 2016

2003 – 2022

Porträts & Köpfe

Auch in der Serie hölzerner Porträts, die zur gleichen Zeit entsteht, handhabt Warmenhoven die erkennbaren Elemente souverän und gelangt zu einer raffinierten Figuration. Erneut zeigt er sich als Meister, der das Erhabene mit dem Ungekünstelten paart. Immer ernst, aber nie gewichtig, versteht er es, Gegensätze zu versöhnen und miteinander ins Gleichgewicht zu bringen.

Holzporträt, PORTRET 03 2003

PORTRET 03

2003 — 55 × 62 × 42 cm — Sammlung Leijser Notariaat, Rotterdam

Holzkopf, KOP 2004

KOP

2004 — 90 × 45 × 33 cm — Privatsammlung

Holzkopf, 823 2004

823

2004 — 60 × 47 × 35 cm — Sammlung ART COMPANY, Eindhoven

Holzkopf, 22534 2004

22534

2004 — 65 × 45 × 33 cm — Privatsammlung

Holzporträt, PORTRET 2010

PORTRET

2010 — 65 × 45 × 33 cm — Privatsammlung

Holzporträt, PORTRET 12 2012

PORTRET 12

2012 — 56 × 52 × 49 cm — Privatsammlung

Holzbüste, BUSTE 2013

BUSTE

2013 — 90 × 45 × 33 cm — Privatsammlung

Holzmaske, MASQ I 2022

MASQ I

2022 — 34 × 21 × 24 cm — Privatsammlung

Holzmaske, MASQ II 2022

MASQ II

2022 — 36 × 21 × 24 cm — Sammlung des Künstlers

Holzporträt, DE ROMANIA 2022

DE ROMANIA

2022 — Sammlung des Künstlers — zu sehen bei Galerie Année

Holzporträt, PORTRET 2014

PORTRET

2014 — Privatsammlung

Holzkopf, KOP 2019

KOP

2019 — 72 × 60 × 47 cm — Privatsammlung

2011 – 2024

Füchse & kleine Tiere

In den Jahren nach 2010 arbeitet der Künstler an einem stetig wachsenden Werk und festigt seinen Ruf. Das Werk findet seinen Weg zu Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen im In- und Ausland.

Holzskulptur eines Fuchses, VOSS 2012

VOSS

2012 — 137 × 80 × 30 cm — Sammlung ART COMPANY, Eindhoven

Holzskulptur eines Hundes, RINUS 2011

RINUS

2011 — 150 × 65 × 125 cm — Sammlung ART COMPANY, Eindhoven

Holzschafskopf, SCHAAPSKOP 2017

SCHAAPSKOP

2017 — Sammlung ART COMPANY, Eindhoven

Holzskulptur einer Griesbock, GRIJSBOK 2018/19

GRIJSBOK

2018/19 — Sammlung CM.com, Breda über ART COMPANY

Ausstellung: Beestenboel, CBK Zeeland, Middelburg 2018

Holzskulptur eines Limpopo-Pelotes, LIMPOPO PELOTE 2019

LIMPOPO PELOTE

2019 — 35 × 80 × 40 cm — Privatsammlung

Limpopo-Pelote, Mearns (1911), ist eine monotypische Gattung offener Savannen und trockener Buschgebiete im Grenzgebiet zwischen Mosambik, Simbabwe und Südafrika (Transfrontier Park). Etwas gedrungener Körper und fuchsartiges Gesicht; Ohren groß und spitz; Fell meist blassblau, manchmal grau; Bauchseite weiß; Kopf-Rumpf-Länge 60 bis 80 cm, Schwanz 20 bis 25 cm lang; Gewicht 10 bis 14 kg. Die Art ist Allesfresser, folgt aber einer wählerischen Ernährung aus Stechbeeren und Akazienblüten; im Übrigen hauptsächlich ophiphag. Besonders in der Dämmerung aktiv. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nur noch etwa ein Dutzend Tiere in freier Wildbahn; 2007 wurden bei einer groß angelegten Suche 3 Exemplare aufgespürt. Im April 2012 jedoch wurde das — soweit bekannt — letzte lebende Männchen von einem Jeep aus dem Verpflegungskonvoi überfahren, der den spanischen König Juan Carlos bei dessen umstrittener Elefantenjagd in Botswana begleitete.

Holzskulptur eines Hundes, HOND 2019–2024

HOND

2019–2024 — Sammlung des Künstlers — zu sehen bei Galerie Année

Holzskulptur eines Frosches, KIK 2013

KIK

2013 — 100 × 75 × 30 cm — Sammlung MediaXplain, Amsterdam

Holzskulptur eines Tjitjak, TJITJAK 2011

TJITJAK

2011 — 130 × 35 × 30 cm — Privatsammlung

In unserer Zeit halten wir mehr Haustiere denn je und zeigen in immensem Ausmaß keinen Respekt vor Tieren. In der Kunst wimmelt es von Tieren. Gründe für die Organisatoren der Kinderkunstweek, in diesem Jahr das Tier in den Mittelpunkt zu stellen. Das CBK Zeeland in Middelburg zeigt BEESTENBOEL, eine abwechslungsreiche Ausstellung mit Arbeiten von neunzehn Künstlern aus Zeeland, mit als größten Beiträgen Arbeiten von Marcel Warmenhoven und Thijs Persijn. Warmenhoven schuf ein Reh, bestehend aus Teilen hölzerner Stühle, die in seinem Werk ein zweites Leben erhalten. Die Skulptur ist wahnsinnig gut gemacht, gleichzeitig expressiv und lebensecht. Durch die Wiederverwendung von Abfallmaterial scheint das Tier die Verkörperung einer Anklage gegen die Verschwendung natürlicher Ressourcen zu sein. Andererseits kann man es als Metapher für die harmonische Verbindung von Mensch, Tier und Natur sehen.

Nico Out, Provinciale Zeeuwse Courant, 17. März 2018

1995 – 1997

Die Rousseau-Serie

Die Serie entstand rund um die Ausstellung De Natuur volgens J-J Rousseau (Solo, Natuurhistorisch Museum Rotterdam, 2007–2008), in der Warmenhoven die Spaziergänge und Träumereien von Jean-Jacques Rousseau veranschaulichte: ein besticktes Buch auf einem Lesepult, ein Mantel und eine Perücke auf einem Kleiderständer sowie Landschaften aus Rousseaus ‘Rêveries du promeneur solitaire’.

Besticktes Buch auf Lesepult, LA BOTANIQUE 1996

LA BOTANIQUE

1996 — besticktes Buch auf Lesepult, Mantel und Perücke auf Kleiderständer

Mixed-media-Arbeit, LES RÊVERIES DU PROMENEUR SOLITAIRE, 5e promenade 1995

LES RÊVERIES DU PROMENEUR SOLITAIRE

5e promenade, 1995 — mixed media — Privatsammlung

Mixed-media-Arbeit, ÎLE DE ST. PIÈRRE 1996

ÎLE DE ST. PIÈRRE

1996 — mixed media — Privatsammlung

Mixed-media-Arbeit, ÎLE DE ST. PIÈRRE 1997

ÎLE DE ST. PIÈRRE

1997 — mixed media — Sammlung Galerie Lutz

Mixed-media-Arbeit, LAC DE BIENNE 1996

LAC DE BIENNE

1996 — mixed media — eigene Sammlung

Mixed-media-Arbeit, SANS DOUTE 1997

SANS DOUTE

1997 — mixed media

2020 — Kunst van het Geloven

Nilpferd

Im Jahr 2020 wird Marcel Warmenhoven eingeladen, an der Manifestation KUNST VAN HET GELOVEN teilzunehmen, einem zweijährlichen Kunstprojekt in fünf Kirchen und Kapellen der Gemeinde Boxmeer. Speziell für die Nepomukkapel in Boxmeer schuf er ein mehr als drei Meter langes Nilpferd. Mitten in der Corona-Pandemie fanden in den drei Wochenenden der Manifestation mehr als 4300 Interessierte den Weg zu den Kapellen. In dieser jüngsten großformatigen Skulptur finden sich alle Elemente seiner Arbeiten in Gebrauchtholz wieder, wobei vor allem die suggestive Darstellung strenger anatomischer Prinzipien auffällt, ohne dass dies zu einem Verlust an Ausdruckskraft führt.

Das Nilpferd in der Nepomukkapel, Boxmeer

Nepomukkapel Boxmeer — in situ

Das Nilpferd im Atelier des Künstlers

Atelier des Künstlers, Sint-Annaland

Das Nilpferd im Gebrauchtwarenladen in Sint-Annaland

Gebrauchtwarenladen Sint-Annaland

FILM: HIPPOPOTAMUS

Text: Joep Schrijvers. Übersetzung: Concorde Group, Amstelveen